Kopfsteinpflaster abschleifen

Eine Kopfsteinpflasterstraße

Kopfsteinpflaster mag schön anzusehen sein, doch für viele Menschen, die sich auf unterschiedliche Weise durch die Stadt bewegen, stellt es ein Hindernis dar. Wenn man das Pflaster abschleift, spart man hohe Sanierungskosten und verbessert die Befahr- und Begehbarkeit trotzdem deutlich. Deshalb schlagen wir ein entsprechendes Pilotprojekt vor, bei dem dieses Verfahren auf einem geeigneten Straßenabschnitt in Halle getestet wird. Die daraus gewonnenen Erfahrungen können anschließend auf weitere Abschnitte übertragen werden.

In vielen Teilen des Stadtgebiets prägt historisches Kopfsteinpflaster Halles Straßenbild. Die gepflasterten Fahrbahnoberflächen sind jedoch zunehmend in einem schlechten Zustand und werden heutigen Anforderungen nicht gerecht. Für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen sowie für Nutzer*innen von Rollatoren, Rollstühlen und Kinderwagen stellt das unebene Pflaster eine erhebliche Barriere dar. Auch Radfahrende stellt das Pflaster vor Herausforderungen. Zudem führen die Unebenheiten zu einer erhöhten Lärmbelastung, insbesondere durch den motorisierten Verkehr.

Das Abschleifen des Pflasters um wenige Millimeter – eine Maßnahme, die in verschiedenen Städten Deutschlands (z.B. Berlin, Eichwalde) bereits erfolgreich erprobt wurde – bietet die Möglichkeit, die Nutzbarkeit deutlich zu verbessern, ohne das historische Stadtbild grundlegend zu verändern. Gleichzeitig kann die Maßnahme zur Lärmreduktion beitragen. Außerdem betragen die Baukosten und die Bauzeit nur einen Bruchteil dessen, was für den Einbau von geschnittenem Pflaster aufgewendet werden muss. Im Gegensatz zur Asphaltierung bleibt zudem die natürliche Versickerungsfähigkeit der Fläche erhalten.

Ein zeitlich und räumlich begrenztes Pilotprojekt bietet die Chance, verwaltungsseitig Erfahrungen zu sammeln sowie die Wirksamkeit und Akzeptanz dieser Maßnahme realitätsnah zu testen, bevor über eine breitere Anwendung entschieden wird.

Diese Initiative im Bürgerinformationsportal der Stadt Halle ansehen.

Update

Leider konnten wir die anderen Fraktionen nicht von unserer Idee überzeugen. Sowohl der Planungs– als auch der Finanzausschuss lehnten unseren Antrag ab. Im Stadtrat erhielten wir zwar Unterstützung von der SPD, zwei Rät*innen der Linken und der fraktionslosen Dörte Jacobi, an der Ablehnung (13 Ja-Stimmen, 34 Nein-Stimmen) änderte das jedoch nichts.